SKG: Atemschutzträger am Prüfstand!

Dass die Herz-Kreislauf-Belastung bei Atemschutzeinsätzen enorm sein kann, zeigte die Übung im Juni. Der Trupp konnte die Tauglichkeitsuntersuchung „schwer“ auch mit SKG-Geräten erfolgreich absolvieren.

Auf 28 Grad Celsius steigt die Quecksilbersäule am Samstag, dem 30. Juni – nicht unbedingt optimale Bedingungen für eine Übung mit dem Sauerstoff-Kreislaufgerät (SKG). „Gewöhnt euch erst einmal an das Gerät“, meint Atemschutzwart OLM d. F. Patrik Eder, ehe er die Protagonisten (OBI Philipp Müller, LM Christoph Rothschedl, LM d. F. Clemens Schantl und OFM Ewald Hofer) in voller Schutzkleidung etwas über einen Kilometer durch den Markt marschieren lässt. Offiziell beginnen soll die Übung aber mit dem österreichischen Feuerwehr-Atemschutz-Leistungstest, bekannt als ÖFAST S (S „Schwer“ für Feuerwehren mit Sauerstoffkreislaufgeräten), der von allen Geräteträgern im jährlichen Rhythmus zu absolvieren ist. Normalerweise wird dieser Test mit Pressluftatmern (PA) durchgeführt, die Durchführung mit SKG-Geräten selbst macht das Ganze dann  nochmal eine Nummer anstrengender für die Träger. Da heißt es u. a. Treppen hinauf- und hinuntersteigen, Schaumkanister tragen, Schläuche wickeln sowie einen Parcours zu meistern. Und besonders Letzterer hat es in sich: vier Hürden, über die man abwechselnd hinwegsteigen oder unten durch kriechen muss. Dabei steigt auch mit jedem der drei Durchgänge die Atemlufttemperatur im geschlossenen Kreislaufsystem merklich; jede Bewegung fällt schwerer und schwerer.

Nach knapp 30 Minuten war es endlich geschafft: Alle vier Einsatzkräfte schließen positiv ab.

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Tunnelbrand als Übungsszenario
Für den zweiten Teil, die eigentliche Übung, hatte sich OLM d. F. Eder als Szenario einen Tunnelbrand mit Verkehrsunfall und Rückstau ausgedacht. Mit dem KRF-S Tunnel geht es unter Atemschutz zum Sportplatz, wo mehrere Kraftfahrzeuge bereitstehen – alles Wracks, die für die THL-Tage benötigt werden.

Als Erstes baut der Trupp eine Zubringleitung zum nahe liegenden Hydranten auf und „löscht“ den Brand mit dem Hohlstrahl-Rohr. Weiters sollen zwei Eingeschlossene aus ihrem Pkw gerettet werden. Der Zugang zum Unfallfahrzeug gestaltet sich jedoch schwierig: Man muss samt der Ausrüstung (Spreizer, Spineboard usw.) mühsam über Fahrzeuge klettern, die Tür des Wracks mittels Rettungsgerät und Halligan-Tool öffnen und schließlich die zwei rund 80 Kilogramm schweren Dummys aus ihrer Notlage befreien. Auch das gelingt, wenngleich sich dabei die Ausführung der Rettungsmaßnahmen als Crashrettung durchgeführt wurde. Nach etwa 90 Minuten – zu diesem Zeitpunkt stand der Trupp bei den hohen Temperaturen bereits an seiner Leistungsgrenze – konnte die Übung erfolgreich beendet werden!

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